12-Stunden-Tag gefährdet sinnvolle elementare Bildungs- und Betreuungseinrichtungen

Einheitliches Bundesrahmengesetz für Kindergartenpädagogik bis heute nicht umgesetzt

Wien (OTS) – „Das geplante Gesetz zur Verlängerung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit wird sich negativ auf den Bereich der Elementarpädagogik auswirken. Anstatt mehr Mittel für die Kindergartenpädagogik zur Verfügung zu stellen, werden durch aktuelle Gesetzesmaßnahmen die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert.“, erklärt der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, Reinhard Bödenauer.

„Bereits im Jahr 2013 wurde von BetriebsrätInnen und Gewerkschaften die Forderung nach einem Bundesrahmengesetz zur Struktur und Organisationsgestaltung für elementarpädagogische Einrichtungen und Horte ans Parlament herangetragen. Bis heute wurde von der Politik diesbezüglich nichts umgesetzt. Als Antwort erhalten die betroffenen PädagogInnen eine weitere Ausweitung der Arbeitszeit und ein Einfrieren der Fördergelder. Wertschätzung gegenüber einer so wichtigen Berufsgruppe sieht anders aus. Die Regierung und insbesondere Bundeskanzler Sebastian Kurz agiert wie ein eiskalter Engel, dem die Sorgen der arbeitenden Menschen offenbar egal sind.“, so Bödenauer.

„Ein 12-Stunden-Tag wird massive Auswirkungen auf die Anwesenheitszeiten von Kindern in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen haben. Die Gestaltung von Freizeit und Familienleben wird immer schwieriger und geht auch auf Kosten der Kinder“, ergänzt Karin Samer, Betriebsratsvorsitzende der Wiener Kinderfreunde.

Aber auch für die Beschäftigten werden die Rahmenbedingungen noch schwieriger: „Schon jetzt ist diese Tätigkeit von ständigem Einspringen, längeren Arbeiten und Flexibilität geprägt. Eine Ausweitung der Arbeitszeit wird dies noch verschärfen. Auch Teilzeitbeschäftigte werden negative Auswirkungen spüren, weil es immer schwieriger wird, fixe Dienstzeiten zu vereinbaren. Schon jetzt ist in diesem Bereich die Rate der Burnout-gefährdung überproportional hoch.“, so Beatrix Eiletz Betriebsratsvorsitzende der Volkshilfe Steiermark.

„Eine dauerhafte Absicherung der Elementarpädagogik auf hohem Niveau ist höchst an der Zeit. Es geht dabei um die Sicherung des sozialen Zusammenhaltes. Durch die aktuellen Maßnahmen der Regierung wird dieser Berufsgruppe keinerlei Wertschätzung entgegengebracht.“, schließt Bödenauer.

2 Antworten zu “12-Stunden-Tag gefährdet sinnvolle elementare Bildungs- und Betreuungseinrichtungen

  1. Danke, für die Rückmeldung, wir geben unser Bestes, es wäre halt motivierender wenn wir auch die Unterstützung der Kolleginnen bekommen würden z.B. durch die Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft. Je mehr umso stärker können wir auftreten.

  2. Liebes BR Team, bitte dranbleiben. Laßt euch nicht entmutigen! LG

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